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Es ist höchste Zeit, den Staub dieser Seite zumindest ein bisschen wegzupusten und heute hat sich eine gute Möglichkeit ergeben, als ich beim pendeln auf folgenden Artikel auf der Tagi Page gestossen bin, der ein Interview mit dem SVP-Politiker Ulrich Schlüer der Basler Zeitung thematisiert. Wir erinnern uns: Schlüer hat vor einiger Zeit die berüchtigte Minarett-Initiative eingereicht, die Ende letzten Jahres angenommen wurde. Nachdem endlos und äusserst erschöpfend über das Ergebnis diskutiert, debattiert und sich echauffiert wurde, rollt langsam die Burka-Welle von Belgien über uns. Die Belgier, die sich wohl dachten, dass die Schweiz genug internationale Aufmerksamkeit gekriegt hat und endlich sie an der Reihe sind. Nun dürfen auch wir über ein Burka-Verbot diskutieren.
Da bin ich wieder! Die längere Flaute hier auf der Seite war leider krankheitsbedingt. Eine üble Grippe hat mich das ganze Wochenende ans Bett gefesselt. Wie immer natürlich zu einem völlig falschen Zeitpunkt. Wenn es wenigstens eine sensationelle Ansteckung gewesen wäre. Nach einer Schweinegrippe-Impfung zum Beispiel. Naja, man kann nicht alles haben.
Dann war dieses Wochenende natürlich noch die Abstimmung in der Schweiz. Erstmal kurz zur Initiative für eine Kriegsmaterialexportverbot. Grundsätzlich musste sich der bedachte Stimmbürger zwischen moralischer Verpflichtung und Sicherung von Arbeitsplätzen entscheiden. Die Initiative wurde abgeschmettert. Durchaus verständlich in der heutigen Zeit, in der Arbeitsplätze langsam aber sicher zum höchsten Gut aufsteigen. Natürlich hätte die Schweiz ein Zeichen setzen können, für den Frieden und für die Neutralität. Trotzdem ist die Ablehnung voll und ganz nachvollziehbar.
Die riesige Überraschung war jedoch der Ausgang der Initiative für ein Minarett-Verbot. Obwohl jegliche Meinungsforscher im Vorfeld keine Chance für das Verbot sahen, wurde sie gestern mit fast 58% angenommen. Als erstes Land in Europa hat die Schweiz Minarette verboten. Die direkte Demokratie bringt eben auch mit sich, dass solche Entscheide vom Volk getroffen werden können, auch wenn sie an für sich seltsam anmuten. Der Ausgang der Abstimmung hat gezeigt, dass Angst vor fremden Kulturen ein immer stärkerer Faktor wird. Denn ein Minarett-Verbot löst keine Probleme. Im Gegenteil, sie schafft eher neue. Denn die unaufhaltsame Islamisierung, die offensichtlich viele Schweizer beunruhigt, wird dadurch keineswegs ausgebremst. Viel mehr liefert man dem radikalen Islam neue Argumente. Mit einer solchen Politik von Hass und Intoleranz setzt man völlig falsche Zeichen. Trotzdem gilt es jetzt das Verbot anzunehmen, Sinn hin oder her. Im Namen der Demokratie gibt es nun einmal solche Entscheide. Aufzupassen gilt es nun aber, dass die Glaubensfreiheit nicht weiter eingeschränkt wird. Minarette braucht es zugegebenermassen nicht unbedingt, auch wenn das kein Argument sein sollte. Wenn jedoch plötzlich beispielsweise Kopftücher verboten werden sollen, wird eine heikle Grenze überschritten.
Spannend bleibt, was das Verbot alles noch nach sich zieht. Ich hoffe inständig, dass es keine zu grossen wirtschaftlichen oder anderweitig schlimmen Folgen hat. Am falschen Punkt setzt es meiner Meinung nach auf jeden Fall an!
Das Image von Unternehmen, Firmen und Marken ist wohl eines ihrer höchsten Güter, schliesslich ist es eine essentielle Grundlage von Kaufentscheiden. Besonders in Krisenzeiten, wird das Image wohl noch wichtiger. Verlieren die Kunden ihr Vertrauen, wird das Gut noch schneller substituiert oder schlicht und einfach nicht mehr gekauft, da auf die Ausgaben eher genauer geachtet wird. Nun kommt für die Schweizer Firmen dazu, dass die Schweiz selbst, in letzter Zeit nicht nur gute Schlagzeilen gemacht hat, um es einmal nett auszudrücken. Da war oder ist der Steuerstreit mit Deutschland, den USA und Italien. Gaddafis Auflösungs-Antrag. Polanski… und und und. Natürlich trifft das nicht die ganze Schweizer Wirtschaft, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass Produkte, die besonders mit der Schweiz assoziert werden, von einem Image-Verlust betroffen sein könnten.
Das Jahr 09 ist eindeutig nicht das Jahr der Schweiz. Zuerst streitet sich die UBS mit den USA, dann bläst Steinbrück zur Kavallerie und letztlich fordert Diktator Gadaffi gar die Auflösung des Binnenlandes. “Ok”, dachte sich wohl die Schweiz. Gegen so eine Talfahrt auf der Beliebtheitsskala müsse man was tun. Zum Beispiel einen international gesuchten Verbrecher festzunehmen. Zufälligerweise reiste gerade ein Name auf den Suchlisten der USA ein. Dumm nur, dass man ihn quasi selbst eingeladen hatte, um ihn für sein Lebenswerk zu ehren. Nicht gerade gentlemanlike.
Es steht nicht zur Debatte, dass Polanski für seine Taten, die keinesfalls ein Kavaliersdelikt sind, zur Rechenschaft gezogen werden muss. Wie eine solche Verhandlung letztlich ausgehen sollte, sei an einer anderen Stelle diskutiert. Die Frage, die sich mir jedoch aufdrängt ist folgende: Warum hat man Polanski erst vor fast drei Wochen festgenommen?
Teilweise frage ich mich schon, was sich die TV-Sender bei ihren marktstrategischen Überlegungen denken. Anscheinend ist ihnen teilweise völlig egal, was da über die Mattscheibe flimmert, solange die Sendezeit gefüllt ist. Bestes Beispiel ist zur Zeit Pro 7. Ok, der Privatsender hat ein wirklich starkes Herbst-Lineup vorgestellt. Ein riesen Blockbuster-Packet wurde für den Filmfan geschnürt. Die Oceans-Reihe, Pans Labyrinth, Tranformers, Casino Royale , Jumper, 300, Spider Men 3 und so weiter. Leider ist wohl das ganze Geld auch dafür draufgegangen.
So stand der Sender plötzlich ideenlos vor einem unausgefüllten Montag. Kein Problem, führen wir einfach die Thrill-Time ein. Zu fürchten gibts bei der Filmauswahl einiges. Von ultra-schlechten Dialogen, über die flachen Storylines bis hin zu den Schauspieler-Leistungen ist alles wortwörtlich zum davon laufen. Die erste Prosieben Produktion habe ich mir angetan. Da für den Film “Fleisch” so viel Eigenwerbung betrieben wurde, gab ich dem ganzen eine Chance. Was soll ich sagen, man sah dem Film die deutsche Produktion einfach an. Ich habe am Schluss erwartet, dass gleich jemand zur Tür hineinkommt und mir einen Orden verleiht, weil ich durchgehalten habe. Oder zumindest dass mich der schwarze Mann holt.
Wenn man die übergeordneten Headlines, die Unwörter der letzten zwei Jahre betrachtet, wird für mich ein spürbarer Trend offensichtlich. Das ist nun vielleicht die einzige Möglichkeit in meinem Leben Scooter zu zitieren und nicht völlig am Thema vorbei zu schrammen. “Hyper, Hyper”. Es muss immer grösser, schlimmer und reisserischer werden. Das haben uns die Medien in zwei Fällen eindrücklich bewiesen. Letztes Jahr, das Jahr der Finanzkrise. Sie war in aller Munde und in allen Blättern. Der Hype um die Finanzkrise war plötzlich da und trug uns auf ein neues Level der schlechten Neuigkeiten. Dieses Jahr, das Jahr der Krankheit. Seht es positiv, die Menschheit kommt weg von Oberflächlichkeit, Geld und Gier und besinnt sich auf die wichtigen Werte. Die Gesundheit. Dennoch wird ein nächstes Thema in den Medien todgequasselt, ein Hype entsteht, die Welt geht erneut unter.
Der “Hype-Beitrag” verzögert sich noch ein bisschen, deshalb erstmal was zum Thema Führerschein.
Wer heutzutage in dern Schweiz den Führerschein machen will, muss leiden. Vor allem sein Konto. Der ganze Prozess soll wohl abschrecken. Der schweizer Beitrag zur Verhinderung des Klimawandels quasi. Der zukünftige auf vier Rädern rollende muss das erste Mal ins Portemonnaie greifen, um zu lernen wie man Menschenleben rettet. Das ist jedenfalls die Intention des Nothelferkurses. Sinnvoll ist er bestimmt, aber wie lange das an zwei Tagen gelernte in den Köpfen der angehenden Lenker hängen bleibt, bleibt dahingestellt. Wer Seitenlage, Mund-zu-Mund-Beatmung und Defibrillator beherrscht, hat schon einmal die erste Hürde richtung Lenkrad genommen. Doch jetzt beginnt das eigentliche Kurs-Inferno erst.
Nach einem Sehtest beim örtlichen Optiker gehts zum Theorietest. Wer das theoretische Wissen, wie Vortrittsregeln, beherrscht und unter 14 Fehlern bleibt, darf nun mit Begleitung hinters Steuer sitzen. Der Lernfahrausweis ist selbstverständlich nicht gratis. Jetzt gehts zum Fahrlehrer und richtig tief in den Geldbeutel. Pro Fahrstunde legt man schonmal 80.- Franken hin. In der Regel braucht ein durchschnittlicher Lernfahrer geschätzte 20 Fahrstunden. Eine ordentliche Summe. Doch nicht genug, hat sich wohl der Staat gedacht. Denn wer seine Fahrfähigkeiten dem Experten vorführen will, muss einen Verkehrskundekurs besucht haben. Dieser erstreckt sich auf 4 Abende à 2 Stunden und nochmals um die 260 Franken.
Hat man alles hinter sich kommt der grosse Tag, die Prüfung und die strapaziert nicht nur die Nerven. Überzeugt man den Experten und wird auf die Strasse losgelassen, darf man nochmals ordentlich zahlen. Zum einen zahlt man dem Fahrlehrer eine normale Fahrstunde. Schliesslich stellt er den Wagen. Dazu kommt eine Rechnung für den Experten von 120 Franken und für den Führerschein, nochmals 60 Franken. Doch das ist längst nicht alles. Spätestens 3 Jahre nach bestandener Prüfung müssen noch 2 Kurse besucht werden, die ebenfalls mehrere hundert Franken kosten. Bleibt ein Kurs aus, beginnt alles nochmals von vorne.
Wenn ich den ganzen Ablauf überblicke, werde ich das Gefühl nicht los, dass man es hier der Jugend so schwer wie möglich machen will. Besonders die Prüfung an sich bringt unheimlich viele versteckte Kosten, die für 50 Minuten fast schon lächerlich wirken. Natürlich übergibt man einem Neulenker eine grosse Verantwortung, aber ob das der richtige Weg ist? Vielleicht will man so früh wie möglich auf die Kausalhaftung vorbereiten, eins wurde mir nach dem Ganzen auf jeden Fall klar. Wer heutzutage fahren will, muss einerseits leiden und andererseits zahlen.