Archive for November, 2009
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Da bin ich wieder! Die längere Flaute hier auf der Seite war leider krankheitsbedingt. Eine üble Grippe hat mich das ganze Wochenende ans Bett gefesselt. Wie immer natürlich zu einem völlig falschen Zeitpunkt. Wenn es wenigstens eine sensationelle Ansteckung gewesen wäre. Nach einer Schweinegrippe-Impfung zum Beispiel. Naja, man kann nicht alles haben.
Dann war dieses Wochenende natürlich noch die Abstimmung in der Schweiz. Erstmal kurz zur Initiative für eine Kriegsmaterialexportverbot. Grundsätzlich musste sich der bedachte Stimmbürger zwischen moralischer Verpflichtung und Sicherung von Arbeitsplätzen entscheiden. Die Initiative wurde abgeschmettert. Durchaus verständlich in der heutigen Zeit, in der Arbeitsplätze langsam aber sicher zum höchsten Gut aufsteigen. Natürlich hätte die Schweiz ein Zeichen setzen können, für den Frieden und für die Neutralität. Trotzdem ist die Ablehnung voll und ganz nachvollziehbar.
Die riesige Überraschung war jedoch der Ausgang der Initiative für ein Minarett-Verbot. Obwohl jegliche Meinungsforscher im Vorfeld keine Chance für das Verbot sahen, wurde sie gestern mit fast 58% angenommen. Als erstes Land in Europa hat die Schweiz Minarette verboten. Die direkte Demokratie bringt eben auch mit sich, dass solche Entscheide vom Volk getroffen werden können, auch wenn sie an für sich seltsam anmuten. Der Ausgang der Abstimmung hat gezeigt, dass Angst vor fremden Kulturen ein immer stärkerer Faktor wird. Denn ein Minarett-Verbot löst keine Probleme. Im Gegenteil, sie schafft eher neue. Denn die unaufhaltsame Islamisierung, die offensichtlich viele Schweizer beunruhigt, wird dadurch keineswegs ausgebremst. Viel mehr liefert man dem radikalen Islam neue Argumente. Mit einer solchen Politik von Hass und Intoleranz setzt man völlig falsche Zeichen. Trotzdem gilt es jetzt das Verbot anzunehmen, Sinn hin oder her. Im Namen der Demokratie gibt es nun einmal solche Entscheide. Aufzupassen gilt es nun aber, dass die Glaubensfreiheit nicht weiter eingeschränkt wird. Minarette braucht es zugegebenermassen nicht unbedingt, auch wenn das kein Argument sein sollte. Wenn jedoch plötzlich beispielsweise Kopftücher verboten werden sollen, wird eine heikle Grenze überschritten.
Spannend bleibt, was das Verbot alles noch nach sich zieht. Ich hoffe inständig, dass es keine zu grossen wirtschaftlichen oder anderweitig schlimmen Folgen hat. Am falschen Punkt setzt es meiner Meinung nach auf jeden Fall an!
Filmkritik noch ein letztes Mal verschoben! Heute dafür zwei Texte vom Slam 09, die die beiden grossen Themen des Jahres auf den Arm nehmen: Kapitalismus und Krankheit. Viel Spass!
Filmkritik zu “Paranormal Activity” gibts wahrscheinlich (!) morgen. In der Zwischenzeit ein Video, dass zeigt, was man mit einem V8-Motor noch so alles anstellen kann.
Schon der erste Teil der Call of Duty Modern Warfare Reihe hat mit seinen sehr realistischen Darstellungen eine Kontroverse ausgelöst. Der nun erschienene zweite Teile toppt seinen Vorgänger in dieser Hinsicht auf jeden Fall. Eigentlich spricht die Presse nur über eine Spielszene. Darin schlüpft der Spieler in die Rolle eines Undercover Agenten, der in eine Gruppe von Terroristen eingeschläust wurde. Diese setzen ihr geplantes Attentat auf einen Flughafen in die Tat um. Um nicht aufzufallen, muss der Spieler die Terroristen mit ihren eigenen Waffen täuschen. Das heisst ganz konkret, es wird in einen Haufen von Zivilisten geschossen. Zumindest in der “normalen Version”. In Deutschland sieht der Spieler zu, wie eine Gruppe von Zivilisten getötet wird, wird aber bestraft, wenn er selbst auf Unbewaffnete feuert.
Eine klare Grenzüberschreitung, die sich ein “Mainstream”-Spiel bis heute noch nicht getraut hatte. Falls ihr euch für das moralische Dilemma dahinter interessiert, möchte ich euch eine Diskussionsrunde von GameOne ans Herz legen, die äusserst gelungen ist und ich zu 100% so unterschreiben würde.
Ich komme gerade von “Paranormal Activity” zurück, kann darum wahrscheinlich eh nicht schlafen und schreibe deshalb noch meine Gedanken nieder. Morgen gibts wahrscheinlich mehr zum Theme Dämonen in eurem Schlafzimmer in Form einer Filmkritik. Jetzt aber erstmal zum Fusball…
Das Image von Unternehmen, Firmen und Marken ist wohl eines ihrer höchsten Güter, schliesslich ist es eine essentielle Grundlage von Kaufentscheiden. Besonders in Krisenzeiten, wird das Image wohl noch wichtiger. Verlieren die Kunden ihr Vertrauen, wird das Gut noch schneller substituiert oder schlicht und einfach nicht mehr gekauft, da auf die Ausgaben eher genauer geachtet wird. Nun kommt für die Schweizer Firmen dazu, dass die Schweiz selbst, in letzter Zeit nicht nur gute Schlagzeilen gemacht hat, um es einmal nett auszudrücken. Da war oder ist der Steuerstreit mit Deutschland, den USA und Italien. Gaddafis Auflösungs-Antrag. Polanski… und und und. Natürlich trifft das nicht die ganze Schweizer Wirtschaft, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass Produkte, die besonders mit der Schweiz assoziert werden, von einem Image-Verlust betroffen sein könnten.
Heute war einer der seltenen Momente, in dem man stolz auf den schweizer Fussball sein konnte. Herzlichen Glückwunsch an die U-17 Nationalmannschaft!

Spätestens seit einem kleinen wütenden Mann wissen wir, dass uns das Fernsehen direkt ins geistige Nirwana befördert. Und so ganz unrecht hatte der Herr Reich-Ranicki ja auch gar nicht. Es läuft schon ausserordentlich viel Schrott in den Kanälen des TV-Universums. Dass es aber keine vernünftigen Sendungen mehr gäbe, wäre schon etwas arg zu kurz gegriffen. Ein tolles Beispiel dafür ist der elektrische Reporter, der im ZDF zuhause ist. Im Retro-Stil führt uns Mario Sixtus durch die Gefilde der Medienlandschaft und der Netzkultur. Auch wenn oder veilleicht weil die Videos nur in unregelmässigen Abständen veröffentlichten werden, sind sie stets fundiert recherchiert und mit Expertenmeinungen gespickt. Der 2007 völlig zurecht erhaltene Grimme Online Award unterstreicht die Qualität des rund 10-minütigen Formats. Wer sich auch nur annähernd für die Themenfeld interessiert, wird die Videos auf ihrer Homepage mit Freuden verschlingen. Folgend ein Beispiel, das die äusserst interessante Thematik der Veränderung und Zukunft des Journalismus aufzeigt. Puh, wieder die Pflicht erfüllt, euch auf eines der originellsten, professionellsten und interessantesten Formate im deutschen Fernsehen hinzuweisen!
Elektrischer Reporter – Zukunft des Journalismus: Wer soll das bezahlen?
Heute etwas kleines zur Versöhnung mit der bitter kalten und viel zu früh schlafenden Jahreszeit. Winter, du könntest ja so schön sein!
Zum Glück gibts noch kreativ gute Musik-Videos. Da spielt die Musik gar keine Rolle mehr. Sponsored by D.I. ;)