Wer fahren will muss zahlen
Der “Hype-Beitrag” verzögert sich noch ein bisschen, deshalb erstmal was zum Thema Führerschein.
Wer heutzutage in dern Schweiz den Führerschein machen will, muss leiden. Vor allem sein Konto. Der ganze Prozess soll wohl abschrecken. Der schweizer Beitrag zur Verhinderung des Klimawandels quasi. Der zukünftige auf vier Rädern rollende muss das erste Mal ins Portemonnaie greifen, um zu lernen wie man Menschenleben rettet. Das ist jedenfalls die Intention des Nothelferkurses. Sinnvoll ist er bestimmt, aber wie lange das an zwei Tagen gelernte in den Köpfen der angehenden Lenker hängen bleibt, bleibt dahingestellt. Wer Seitenlage, Mund-zu-Mund-Beatmung und Defibrillator beherrscht, hat schon einmal die erste Hürde richtung Lenkrad genommen. Doch jetzt beginnt das eigentliche Kurs-Inferno erst.
Nach einem Sehtest beim örtlichen Optiker gehts zum Theorietest. Wer das theoretische Wissen, wie Vortrittsregeln, beherrscht und unter 14 Fehlern bleibt, darf nun mit Begleitung hinters Steuer sitzen. Der Lernfahrausweis ist selbstverständlich nicht gratis. Jetzt gehts zum Fahrlehrer und richtig tief in den Geldbeutel. Pro Fahrstunde legt man schonmal 80.- Franken hin. In der Regel braucht ein durchschnittlicher Lernfahrer geschätzte 20 Fahrstunden. Eine ordentliche Summe. Doch nicht genug, hat sich wohl der Staat gedacht. Denn wer seine Fahrfähigkeiten dem Experten vorführen will, muss einen Verkehrskundekurs besucht haben. Dieser erstreckt sich auf 4 Abende à 2 Stunden und nochmals um die 260 Franken.
Hat man alles hinter sich kommt der grosse Tag, die Prüfung und die strapaziert nicht nur die Nerven. Überzeugt man den Experten und wird auf die Strasse losgelassen, darf man nochmals ordentlich zahlen. Zum einen zahlt man dem Fahrlehrer eine normale Fahrstunde. Schliesslich stellt er den Wagen. Dazu kommt eine Rechnung für den Experten von 120 Franken und für den Führerschein, nochmals 60 Franken. Doch das ist längst nicht alles. Spätestens 3 Jahre nach bestandener Prüfung müssen noch 2 Kurse besucht werden, die ebenfalls mehrere hundert Franken kosten. Bleibt ein Kurs aus, beginnt alles nochmals von vorne.
Wenn ich den ganzen Ablauf überblicke, werde ich das Gefühl nicht los, dass man es hier der Jugend so schwer wie möglich machen will. Besonders die Prüfung an sich bringt unheimlich viele versteckte Kosten, die für 50 Minuten fast schon lächerlich wirken. Natürlich übergibt man einem Neulenker eine grosse Verantwortung, aber ob das der richtige Weg ist? Vielleicht will man so früh wie möglich auf die Kausalhaftung vorbereiten, eins wurde mir nach dem Ganzen auf jeden Fall klar. Wer heutzutage fahren will, muss einerseits leiden und andererseits zahlen.