wieder mal poetry slam
Man packe 29 Erkenntnisse, die die Welt verändern, in einen Text und erhalte…
hab krankhaft gier
Filmkritik noch ein letztes Mal verschoben! Heute dafür zwei Texte vom Slam 09, die die beiden grossen Themen des Jahres auf den Arm nehmen: Kapitalismus und Krankheit. Viel Spass!
Wortakrobaten Teil V

Im fünften und vorerst letzten Teil der Serie bleiben wir nochmals bei den Slammern. Wir schliessen die „erste Staffel“ mit einem Schwergewicht der Poetry-Slam Szene ab. Gemeint ist der diesjährige Gewinner der deutschsprachigen Meisterschaft Sebastian 23. Der Vize-Weltmeister, ja es gibt (auch zu meiner Verwunderung) eine Weltmeisterschaft, schafft es mit jedem neuen Text wiederholt zu begeistern und gleichzeitig eine neue Perspektive seines Schaffens aufzuzeigen. Egal ob er mit Wortkaskaden auf das Publikum feuert oder gekonnt die Gesellschaft analysiert, reimt oder singt, er bleibt stets humorvoll bis in die letzten Silben seines Textes. Der Philosophie-Doktorand ist so erfolgreich, dass er gar die Grenzen des Genres zu sprengen vermochte und immer wieder in Comedy-Sendung oder teilweise auch schon im Mainstream (zB. TV Ttotal) aufgetaucht ist.
Warum Sebastian seinen Namen mit der Zahl 23 verziert hat, weiss wohl nur er selbst. Dafür teilt er uns mit, dass der einzige Unterschied zwischen ihm und Salvador Dali der ist, dass er nun mal ganz anders sei als Salvador Dali. Das grössere Problem sei jedoch, dass sich seine Sätze zwar von selbst verstehen, aber sonst keiner. Trotz des Erfolges bleibt Sebastian 23 auf dem Boden und neigt dazu alles positiv zu sehen. Selbst der Hölle kann er etwas Positives abgewinnen, da müsse er zumindest niemanden nach Feuer fragen. Seine Texte haben aber auch aufklärerischen Charakter. So weiss der Zuhörer nachher zum Beispiel, dass in Eigelb mehr Eiweiss als im Eiweiss enthalten ist, oder dass es das Wort Plural nur im Singular gibt.
Alle Werke des Ausnahmekünstlers sind euch wärmstes ans Herz gelegt. Ausserdem ist Sebastian 23 im Moment auch auf Tour mit seinem ersten Soloprogramm “Gude Laune hier”. Angehängt wie immer eine Auswahl an Videos. Viel Spass!
Online Sein…
Wortakrobaten Teil IV

Nach drei Wochen ist es Zeit für die erste Wortakrobatin im grossen Lyrik Zirkus. Dieses Mal tauchen wir erneut ab zu den Slam-Poeten, respektive Slam-Poetinnen. Eine wunderbare Sprachkünstlerin, die mich vor allem mit ihren Gedichten beeindruckt hat, ist Nadja Schlüter. Im Internet ist fast nichts über die junge Geschichtsstudentin herauszufinden. Sie hat nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag (ja, das gibt’s heute anscheinend noch). Umso wichtiger, dass jemand auf die Dame hinweist, die 2006 bei den deutschsprachigen U20 Poetry-Slam Meisterschaften gewann. Doch wer sich auf ihre Texte einlässt, erfährt genug über sie. Beispielsweise, dass sie keine Waschmaschine besitzt und dass diese Tatsache aufgrund akuter Bedeutungslosigkeit kaum erwähnenswert sei. Oder was sie sich alles merken muss und dass eigentlich doch alles viel zu langsam vorwärts geht. Wer zuhören will, bekommt sogar ein paar Geschichten aus der Schweiz erzählt. Aber spitzt nun selbst die Ohren und hört zu, wie Nadja Schlüter reimt, dichtet und erzählt.
Ihre zwei besten Gedichte gibts gleich hier. Angehängt ein Youtube Video und hier der Verweis auf ein tolles Gedicht auf der Seite des WDR.
Klara putzt und will Lutz sein
Das Mädchen ohne Waschmaschine
Noch nicht genug? Unter read more… gibts mehr!
Wortakrobaten Teil I
Heute präsentieren wir euch eine neue Serie, die passenderweise auf den Namen “Wortakrobaten” hört. In den nächsten Wochen werden wir euch jeden Mittwoch einen Künstler und Wortejongleur vorstellen, der oder die möglicherweise noch nicht wirklich bekannt ist. Völlig zu unrecht bei solchen Sprachfertigkeiten. Bei unserer Auswahl versuchen wir natürlich ein möglichst breites Spektrum abzudecken und euch mit einigen Beispiel sein/ihres Schaffen schmackhaft zu machen.

Diese Woche beginnen wir mit einem Vetreter der Poetry Slam Sparte, in der wir, aufgrund der unzähligen Talente, noch öfters kramen müssen. Doch heute geht es um einen Mann, dem das Wort “Poetry” auf den Leib geschneidert wurde. Phillip “Scharri” Scharrenberg ein wahrer Herr des Wortes. Bei ihm fechten die Dichter mit geballter Wortkraft, Philosophen aller Epochen treffen sich zum Mittagesse, Verben wollen nicht mehr Verb sein, rebellieren gegen das System und selbst ein platter Western wird zum lyrischen Kunstwerk. Und nicht zuletzt liefert er uns die Antwort, warum man keinen Tee im Land von Lucky Luke trinkt. Ganz einfach, Tee zieht nicht schnell genug. Scharrenberg schafft es anspruchsvolle Gedichte so humoristisch und unterhaltend zu gestalten, dass es weder langweilig noch unverständlich wird. Ein wahrer Wortkünstler.
Schaut euch seine besten 3 Videos unter “read more” an und überzeugt euch selbst von seinen Fähigkeiten. Wir können euch seine CD (”Und dieses Land heisst Poesie”) nur wärmstens ans Herz legen.