Mit Stromberg durchs Wochenende
Wäre das hier Twitter, würde ich folgendes zwitschern:
Stecke bis zum Hals in Arbeit, deshalb nur ein Video. Spätestens Montag kommt neue Kolumne…
Dokumentation so oder so
Es ist schon witzig wie sich die Trends im Nachmittagsprogramm der privaten Fernsehsender wandeln. Die Zeit der Talkshows ist anscheinend erstmals vorüber. Auch die Richtersendungen sind Schnee von gestern. Im Moment geistert ein ganz neues Format durch die Kanäle und hat sich erstmal bei Pro7 festgebissen. Um 16 Uhr flimmert seit einigen Wochen die neue Sendung “Reality Affairs” über die Bildschirme. Pro7 nennt die Stunde Volksverdummung “Dokunovela”. Also eine Mischung aus Dokumentation und Telenovela. Dass der “Doku”-Teil in ihrer Wortkreation nichts zu suchen hat, wird dem mitdenkenden Zuschauer sofort klar, denn mit Informations-Aufarbeitung oder gar Vermittlung hat das Ganze nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, dem Zuschauer werden Szenen präsentiert, die einzig und allein dadurch auffallen, dass offensichtlich keine richtigen Schauspieler am Werk sind. Eine Fremdschäm-Orgie ohne gleichen.
Der Sinn des neuen Formats bleibt mir vollkommen verborgen. Was der Sender als echt verkaufen will, ist augenscheinlich gestellt und geskriptet und etrinkt förmlich in der Banalität. Mir blieb nur das Kopfschütteln. Es bleibt zu hoffen, dass Reality Affairs nicht besonders erfolgreich ist und nicht eine Welle von “Dokunovelas” mit sich zieht.
Viel amüsanter und subtil niveauvoller ist ein ganz anderes zusammengesetztes Genre namens “Mockumentary”. Heute startet nämlich die neue Staffel von Stromberg. Christoph-Maria Herbst miimt in der 4. Staffel der Erfolgsserie den “Deutschlands fiesesten Chef”. Auf jeden Fall eine der besten Comedy-Sendungen im deutschen Fernsehen. Ich freue mich auf die neue Staffel!